Der Landy ist «umweltfreundlich»! … unabhängig von der Abgasqualität.
 
Klingt unvernünftig und schräg. Aber ohne sich das selbst schön zu reden, kann man ja mal tiefer gehen.

Bei 100% Energiebedarf im gesamten Leben eines Fahrzeuges entfallen 60% nur auf die Herstellung (unbekannte Quelle). Ein neuer Wagen müsste also extrem viel sparsamer und sauberer sein, um alleine den Herstellungsaufwand zu kompensieren. Der Dreck, der bei der Stahlherstellung oder -aufbereitung entsteht übertrifft selbst das dreckigste Abgas bei weitem.

So gesehen hat dieser Land Rover mit fast 600.000 km bereits die Neuproduktion von mindestens zwei Neufahrzeugen verhindert. Ich will jetzt keinen "virtuellen" Verbrauch berechnen, aber das halte ich insgesamt für umweltfreundlich ... soweit es geht.

Je älter der Wagen, desto umweltfreundlicher ist er dann doch, oder? Auch deshalb, weil eine alte Karre nicht die Bequemlichkeit eines Wohnzimmers bietet und deshalb nicht zum ständigen Rumkurven verleitet. Natürlich spielt die Abgasqualität auch eine grosse Rolle, aber es wäre leicht möglich eine Nachrüstbarkeit per Gesetz einzuführen. Technisch wäre es häufig machbar die 60% Energieanteil für die Neuproduktion durch eine Nachrüstung einzusparen, aber man kann nicht nachrüsten, weil Hersteller nicht per Gesetz verpflichtet werden, diese Möglichkeit auch anzubieten. Klar, die wollen lieber Neuwagen verkaufen.
Umweltschädlich ist der Zwang zum Individualverkehr und nicht das Auto an sich. Auch ich möchte mein frisch restauriertes Auto nicht im Berufsverkehr im Stau zuschanden reiten und bin froh, wenn ich da sinnvoll mit dem öffentlichen Verkehr fahren kann. Ich möchte, dass der Land Rover mir für den Genuss und für Reisen zur Verfügung steht.

Es ist genau das Gegenteil von Freiheit, wenn ich mein Auto für den Berufsverkehr nutzen MUSS. Ich verstehe gar nicht, dass es viele Leute für «Freiheit» halten, mit ihrem Auto auch in Städten überall hin fahren zu können … dann müssen sie es nämlich auch.

Ich halte es darum für viel sinnvoller den öffentlichen Verkehr erheblich zu verbessern. Häufigere Verbindungen, mehr Verbindungsmöglichkeiten und niedrigere Preise würden die Städte viel mehr entlasten und sie für die Einwohner wohnlicher machen, als jedes Fahrverbot.

Auch wenn ich mit diesem Auto Betroffener bin, weil viele das wahrscheinlich nicht so sehen wie ich, sondern nur vordergründig die Abgasqualität: Was die Leute von "Fridays for future" machen ist richtig!

Den Land Rover für Reisen zu benutzen ist dazu kein Widerspruch!

Interessant ist doch immer der gesamte Fussabdruck. Kein oder wenig Fleisch zu essen, wohnen im Passivhaus und öffentlichen Verkehr nutzen wo es geht, sorgt für einen energetischen Fussabdruck, der es erlaubt einen Land Rover zu fahren, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.