Klappdach 1

Ich habe mich immer gefragt, warum die Klappdächer in der Regel vorne über der Windschutzscheibe angeschlagen sind und dort das Scharnier haben. Gut, das ist ohne Zweifel bewährt, aber ist das Raumgefühl und der Platz im quer aufklappenden Dach nicht um Klassen besser? Über der Windschutzscheibe schlug man es doch nur schon immer an, weil die Technik für dieses Scharnier mehr Wasserdichtheit versprach. Ja, das Raumgefühl ist im quer aufklappenden Dach erheblich besser. Vor allem, wenn das Bett zusammen mit dem Dach hochgeklappt ist. Ich habe dann im ganzen Auto ab den Sitzen Stehhöhe und ab den Sitzen nur deshalb, weil ich über den Sitzen eine Dachkonsole mit fester Matratze obendrauf eingebaut habe.
Also habe ich einen Klapprahmen konstruiert, der mir von der Höhe her genug Kopffreiheit gewährleistete und auf den das Originaldach geschraubt wird. Den Klapprahmen liess ich aus Alublech abkanten und ein Freund schweisste die Teile mit mir vor Ort zusammen. Die Dachschale musste ich hinten um ca. 8 cm kürzen, weil sie durch die Schräge im Winkel der Windschutzscheibe weiter nach hinten kam. Ich dachte auch an eine senkrechte Dacherhöhung wie die von Rheinbraun. Dann hätte ich das Dach nicht kürzen müssen. Aber das sah in der Planung über der Windschutzscheibe aus wie ein „Brett vor dem Kopf“. Überhaupt werden die Proportionen durch das Reserverad auf der Motorhaube wieder völlig stimmig. Ohne sieht tatsächlich gewöhnungsbedürftig aus, weil das Dach im Verhältnis zur Motorhaube zu hoch ist. Die Proportionen sind dann einfach falsch. Über die B-Säulen ist ein Überrollbügel montiert. Das war mein eigener Wunsch, weil das ganze sonst oben recht lapprig und weich ist und so deutlich mehr Sicherheit verspricht. Nebenbei wollte das auch der TÜV als Voraussetzung für die Eintragung. Er rannte bei mir offene Türen ein.
Das Klappscharnier auf der Seite baute ich aus Baumarktprofilen in Form eines Klavierbandes selbst. Es gibt fertige Profile für so etwas. Man längt sie passend in kurzen Stücken ab und ich steckte als Scharnierwelle eine Edelstahlstange durch alle Stücke. Was ich nicht beachtete waren allerdings die Gasfedern, die zum Offenhalten des Daches nötig waren. In geschlossenem Zustand drückten sie die beiden Hälften des Klapprahmens an den Enden so stark auseinander und verbogen die Scharnierstange, dass ich an den Enden des Scharniers eine Verstärkung aus Aluplatten anbringen musste. Das habe ich nicht bedacht und beim nächsten Dach würde ich diese Verstärkungen unauffälliger machen. Die einzelnen Elemente des Scharniers würde ich inzwischen auch mit Dichtblindnieten am Klapprahmen montieren. Nicht, weil es undicht ist. Die Topfnieten sind einfach für alle Anwendungen im Landy benutzbar und kosten nur wenig mehr als normale Blindnieten. Damals wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.



Zeltplane

Die Plane hat meine Mutter genäht. Als Schneiderin kennst sie sich mit so was aus. Das grosse rechteckige Seitenteil habe ich aus recht schwerer LKW PVC-Plane gemacht. Ich wollte, dass es garantiert wasserdicht ist und dachte, dass der „Durchzug“ zwischen der Apsis vorne und dem Fenster hinten im Giebel gross genug ist. Es hat sich nicht bewährt. Sobald es draussen nachts frisch wird, kondensiert jede Menge Wasser innen an der Plane. Nachts gibt es selten Durchzug. Sie ist viel zu wenig diffusionsoffen. In Bezug auf Dampfsperre und Isolierung habe ich hier viel gelernt. Beide Giebel vorne und hinten haben wir aus Airtex genäht. Das hat sich sehr gut bewährt, aber ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es auch das geeignete Material für den in Zukunft ausgestellten Seitenteil ist. Die Apsis vorne muss immer ausgestellt werden. Dafür wird an der Spitze in eine Schlaufe ein Gummiband eingehängt, mit dem sie mit einem Haken auf den Kühlergrill herunter gespannt wird.


Neues Konzept

Seit guten 10 Jahren hat sich mein Dachkonzept nun bewährt. Ich würde immer wieder ein quer aufklappendes Dach bauen und nur Details anders lösen. Eine Ausstellplane mit mehr Fenstern und vor allem zum leichten Entfernen ist nun trotzdem geplant. Die Giebel bleiben wie bisher mit Fenster und Durchlüftung aus Airtex mit Fliegennetzen. Ich werde die Giebel fest einbauen und das Seitenteil mit einem breiten Klettverschluss zum schnellen Demontieren bauen. Mit abgebauter oder hoch gerollter Seitenplane würde man dann quasi oben auf einer Terrasse im Bett liegen :-)
Eine weitere Überlegung ist, das ganze Zeltdach, oder zumindest die Seitenplane doppelwandig zu machen, damit erstens garantiert kein Regenwasser durch geht und zweitens garantiert innen kein Kondenswasser ist.

neues Konzept

Entsprechend den blauen Konturen soll die neue Plane aussehen. Zusätzlich braucht man nur 3 Teleskopstangen (rot) mit Arretierung, um die Plane auf Spannung zu halten und in Form zu bringen. Die grün schraffierten Teile sollen die neuen Giebel werden. Die gelbe Hauptplane an der Seite wird abnehmbar oder zumindest zu 2/3 hochrollbar gestaltet. Auch wenn sie zu 2/3 hochrollbar realisiert wird, soll die ganze Plane aus 3 Einzelteilen bestehen. Bisher ist die ganze Plane ein Teil.

Innenverkleidung

Am Anfang machte ich keine Innenverkleidung in der Dachschale. Die Dachinnenfläche war mit optisch durchaus ansehnlichem Armaflex ausgefacht, was das Auto isolierte und als Dröhnschutz das Auto deutlich leiser machte. Innen war das Dach also einheitlich schwarz. Im Laufe der Jahre wurde die Oberfläche des Armaflex aber unansehnlich, weil sie viel zu empfindlich ist und im Bereich der Alpinewindows Schrumpfungsprozessen durch die Sonneneinstrahlung unterlag.
Meine Idee ergab sich, als ich in einem Forum einen Beitrag sah, der nach Holzpaneelen für die Innenverkleidung fragte. Erst dachte ich auch über das Plattenmaterial für meine Innenverkleidung des Daches nach … dünne Holzplatten oder dünne Kunststoffplatten … aber die muss man in die Radien biegen und sie brauchen 90° Verbinder.
Schliesslich kam ich auf die Idee, dass man mit Magneten und magnetischen Leisten auch einfach textilen Stoff als Innenverkleidung nehmen könnte und den Stoff einfach magnetisch ans Dach heftet. Magnetisch ans Aludach heften?
Den Aluminium-Magneten konnte ich leider noch nicht erfinden, aber im Internet findet man inzwischen jede Menge magnetische Leisten zum Aufkleben und moderne Neodym Magnete sind unglaublich stark und sogar zum Annähen. Dazu kommt, dass mein alter Oneten im Gegensatz zu neueren 110ern ja noch die alte verzinkte Regenrinne aus Stahl hat. Da kann man also Stoff problemlos magnetisch anbringen. Eine Alternative sind Klettverschlüsse in Form von selbstklebenden Bändern. An dieser Idee der textilen Verkleidung blieb ich hängen. 
Als Stoff schwebt mir eine beschichtete Picknick-Decke vor, oder besser gesagt einige zusammen genähte davon. Man muss wohl mehrere in der Form des Daches mit dem charakteristischen Knick im vorderen Bereich und den Rundungen zusammen nähen, was kein Problem sein sollte. Die bereits aufgebrachte Beschichtung der Decke ist zugleich eine Dampfsperre. Sie ist ja gegen das Durchdrücken von Bodenfeuchtigkeit, wenn man drauf sitzt, also wasserdicht. Die Decken gibt es in richtig tollen Designs. Auch klassisches englisches Karo :-)

Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Stoff auch ab und zu mal ohne Umstand entfernen kann und ihn in die Waschmaschine stecken. Blümchen- statt Dieselduft im Ländy :-)