Werkstatt Container


Nach einem Umzug war meine komplette Werkstatt bei Freunden eingelagert. Dort war sie nicht nutzbar und aus "kurzfristig" wurden gute 6 Jahre. 6 Jahre konnte ich nur notdürftig zuhause oder in Do-it-yourself Werkstätten schrauben, was äusserst unbefriedigend war. Schliesslich kam ich auf die Idee, einen  20" Seecontainer zu kaufen und die Werkstatt dort einzubauen. Gesagt, getan.

Sogar meine alten Spinde und die Motorradhebebühne im Boden versenkt fanden drin Platz. Die Spinde hatte ich früher jahrelang leer rumstehen, weil ich immer zu faul war, in jeden Spind Fachböden als Regale einzubauen. Irgendwann hatte ich den Geistesblitz, die 4fach-Spinde um 90° zur Seite zu drehen. Jetzt gingen die Türen der Spinde nach unten auf, bilden in geöffnetem Zustand eine Ablage vor dem Regalboden, die so breit ist, wie der ursprüngliche Spind hoch war. Alle Dinge liegen nun auf der Zwischenwand zwischen den ursprünglichen Spinden. Und das ganze, ohne einen Handstrich für einen Umbau zu tun und völlig ohne zusätzliche Kosten. Stauraum bieten die Regalböden  nun jede Menge und alles ist sogar im Transportfall des Containers gegen Herausfallen gesichert. Die Arbeitsplatte und die Werkzeugkästen aus Blech sind alle im Container verschraubt und alles andere, auch die Spinde, lässt sich mit Spanngurten problemlos befestigen. Es dauert nur kurz, den Container reisefertig zu machen.

Ist das nun ein Werkzeug, oder nicht? Ja und Nein. Zumindest ist es kein Handwerkzeug, aber die sind alle drin. Doch, der Container ist ein Werkzeug.





Hier ein Bild beim Ausbau des Containers. Auch die Drehmaschine steht drin und inzwischen hat er sogar einen Drehstromgenerator und er sieht deutlich "bewohnter" aus. Der Container ermöglichte es, die Werkstatt endlich wieder zu benutzen. Er steht inzwischen auf einem Firmengelände in der Nähe und ermöglicht extrem viel. Zwar nicht die Hauptarbeiten der Restauration des Land Rovers, aber die ganzen Kleinarbeiten, die nach dem Rahmentausch noch nötig wurden gingen wunderbar von der Hand. Für die Hauptarbeiten war viel Platz und ein Lift nötig. Aber sobald die Karosse wieder auf dem rolling Chassis war ging es los.




Ein paar Worte zur Feuchtigkeit:

Der Container ist nun eine Zeit lang in Betrieb. Ich hatte grosse Bedenken, dass er sich in eine Tropsteinhöhle verwandelt und das ganze Werkzeug munter vor sich hin rostet. Bisher kann man jedoch sagen, Feuchtigkeit im Container ist in der Tat nur dann ein Problem, wenn es regnet und man viel Feuchtigkeit hineinträgt. Bisher ist das jedoch abgelüftet und hat auf der Drehmaschine nur ein wenig Flugrost hinterlassen, was leicht zu entfernen war und durch eine Fettschicht in Zukunft verhindert wird. Am Eingangsbereich des Containers möchte ich alte Teppiche auslegen, die die Nässe in diesem Fall aufnehmen und dann nach der Arbeit draussen gelagert werden.

Trotzdem möchte ich noch weitere Massnahmen ergreifen. Gespeist durch eine kleine Solaranlage und einem Akku soll eine intelligente Lüftung laufen, wenn der Container  verschlossen ist. Intelligent heisst in diesem Fall, dass die Luftfeuchte innen und aussen gemessen wird und die Lüftung nur dann einschaltet, wenn draussen die absolute Luftfeuchte auch niedriger ist als drinnen. Es geht also nicht darum frische Luft hinein zu schaffen (für jemanden, der gar nicht da ist) , sondern Feuchtigkeit hinaus. Auch die Temperaturen spielen ja keine Rolle.

Eine weitere Idee ist, die Kühlbox aus dem Land Rover, die im Winter ja sowieso nicht im Auto in Betrieb ist, in den Container zu stellen. Ein spezieller Deckel mit Lüfter und spezielle Einbauten pusten dann die Containerluft durch die Kühlbox. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert in der Box und das Wasser bleibt somit in der Box. Die Luft wird die Box getrocknet wieder verlassen. Der Vorteil der Kühlschranklösung ist, dass der bereits mit 12V läuft und keinen Wechselrichter benötigt. Eine Abschaltung bei vollem Wasserstand dürfte nicht nötig sein, weil im Container sicher keine so grosse Menge Wasser ist. Eine Zeitschaltung sollte reichen. Die Kühlbox funktioniert also genau dann wie ein normaler käuflicher Luftentfeuchter, wenn er im Container gebraucht wird und wenn man die Box im Auto nicht mehr brauucht und sowieso wo abstellen kann.

Diese Massnahmen sollten reichen, um den Container innen auf jeden Fall trocken zu halten.